Projekt Märchenstunde | Das letzte Einhorn

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Du hast all die Kraft, die du brauchst, wenn du nur wagst, sie zu finden!

„Ein Einhorn lebt, wie es für seine Art üblich ist, zurückgezogen in einem kleinen Wald. Als dieser von zwei Jägern durchstreift wird, erfährt es zufällig, dass alle anderen Einhörner aus der Welt verschwunden sind und nur noch Legenden und Märchen von ihnen erzählen. Diese Vorstellung lässt ihm keine Ruhe, es beschließt seine Heimat zu verlassen und sich auf die Suche nach den anderen zu machen. […] Es erfährt von einem sprechenden Schmetterling etwas über den Verbleib der Artgenossen und hört erstmals vom Roten Stier, der die Einhörner im Auftrag König Haggards zusammengetrieben hat. Auf seiner Suche wird das Einhorn von der Hexe Mommy Fortuna eingefangen, in einen Käfig gesperrt und in ihrem Mitternachtszirkus ausgestellt. Schmendrick, ein scheinbar unbegabter Zauberer, erkennt es als magische Kreatur und hilft ihm zu entfliehen. […]

Als sie auf den Roten Stier treffen und das Einhorn von diesem massiv bedroht wird, gelingt es Schmendrick, seine Zauberkräfte zu nutzen und es in eine wunderschöne junge Frau zu verwandeln. Für diese, von nun an als Lady Amalthea bezeichnet, zeigt der Stier keinerlei Interesse mehr und lässt sie weiterziehen. […]

Schmendrick und Molly Grue versuchen den geheimen Weg zum Roten Stier zu finden, um die Einhörner doch noch befreien zu können. Der Stier bedroht sie und Schmendrick gelingt es endlich, seine Magie gezielt einzusetzen und Amalthea wieder die Gestalt eines Einhorns zurückzugeben. Gemeinsam mit Prinz Lír treibt es den Roten Stier nun selbst ins Meer. Dadurch werden die anderen Einhörner befreit. Schmendrick und Molly Grue gehen fortan gemeinsamer Wege und halten dabei stets Ausschau in der Hoffnung, dem Einhorn dereinst wiederzubegegnen.

Es hat nie eine Zeit ohne Einhörner gegeben. Wir leben für immer. Wir sind so alt wie der Himmel, so alt wie der Mond. Man kann uns jagen, man kann uns fangen. Man kann uns sogar töten, wenn wir den Wald verlassen. Aber wir verschwinden nicht.

Es hat sehr lange gedauert (fast zwei Jahre – shame on me), aber ich kann euch endlich wieder eine neue Strecke des Projekt Märchenstunde präsentieren: Lady Almathea bzw. das letzte Einhorn. Sagt euch die Geschichte etwas? Mich hat sie in meiner Kindheit begleitet. Fast jedes Jahr an Heiligabend gab es ein Ritual: Meine Mutter und ich haben uns in das große Bett gekuschelt, wir haben den Fernseher angemacht und gemeinsam vor dem Schlafengehen „Das letzte Einhorn“ geschaut. Der Film hat etwas düsteres, aber zugleich auch magisches mit sich. Als ich ihn das erste Mal alleine geschaut habe musste ich auch abbrechen, weil ich solche Angst hatte, obwohl ich ihn schon kannte. Die Geschichte von Lady Almathea, als letztes Einhorn auf der Welt, gehört dementsprechend auf jeden Fall zu meiner Märchenstunde. Hättet ihr dies anhand der Bilder erraten?

Das Einhorn lebte in einem Fliederwald, und es lebte ganz allein. Es war alt, ohne etwas davon zu wissen, und es hatte nicht mehr die flüchtige Farbe von Meerschaum, sondern eher die von Schnee in einer mondhellen Nacht. Seine Augen aber waren frisch und klar, und noch immer bewegte es sich wie ein Schatten über dem Meer.

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